
„Hast du nicht vielleicht einen standardmäßigen Hypnose Text, Julia?“ Diese Frage höre ich immer wieder von meinen Hypnoseauszubildenden. Vor allem ganz am Anfang. Wenn alles noch neu ist. Wenn die eigene Unsicherheit groß ist. Wenn es um schwere Themen geht – Angst, Schmerz, Trauma. Die Sehnsucht dahinter ist nachvollziehbar: Ein Text, der einem das Leben leichter macht. Eine Art Sicherheitsnetz. Etwas, woran man sich entlanghangeln und festhalten kann, wenn es schwierig wird.
Und ganz ehrlich: Ich verstehe den Wunsch total. Wer will sich schon gerne auf die offene Eisfläche wagen, wenn er das erste Mal Schlittschuh fährt? Wer hat Lust darauf, sich improvisierend, schwitzend und stotternd durch die Sitzung mit dem Klienten zu kämpfen? Einem Klienten, der das Recht auf die beste Behandlung hat. Eine, die ihm wirklich weiterhilft.
Ein Hypnose Text, der immer und mit jedem Klienten funktioniert. Der für alles passt. Das wär’s doch, oder?
Was, wenn es ihn wirklich gäbe – DEN Hypnose Text 2025? Universell einsetzbar. Keine Anpassung, keine Individualisierung nötig. Copy – Paste – Hypnose. Effizient. Glasklar. Immer gleich gut. Ob das funktioniert? Lies selbst.
Die Inhalte dieses Blogartikels
1. Die Idee: Ein Hypnose Text für jedes Problem
2. Der Aufbau des neuen Standard Textes 2025
3. Warum der Hypnose Text funktioniert
Die Idee: Ein Hypnose Text für jedes Problem
Die Grundidee klingt herrlich effizient: ein einziges Skript, das man einfach auf jede Lebenslage anwenden kann. Sicher genug, dass man ohne ausführliche Anamnese damit arbeiten kann. Schon Milton Erickson, der Vater der modernen Hypnotherapie, sagte: "Frage nicht, warum der Patient so ist wie er ist, frage danach was er ändern möchte." Das reicht uns auch. Wir kennen das Ziel des Klienten. Den Rest müssen wir nicht wissen, weil wir mit dem Standard Hypnose Text nicht aufdeckend arbeiten, sondern rein symptombezogen. Das funktioniert übrigens sowohl als Coach wie auch als Therapeut. Einfach ein Hypnose Text, der alles abdeckt – von A wie Aufschieberitis bis Z wie Zahnarztphobie.
- Du brauchst ein Skript für mehr Selbstvertrauen? Check.
- Gegen Schlafstörungen? Auch drin.
- Für Motivation?
- Zum Loslassen?
- Zur Trauerbewältigung?
- Gegen Rückenschmerzen?
- Zur Blockadelösung?
- Zur Raucherentwöhnung?
- Gegen Liebeskummer?
- Anti-Heuschnupfen?
- Zur besseren Entscheidungsfindung?
- Gegen Prüfungsangst?
- Zur Verbesserung der Beziehung zur Schwiegermutter?
Kein Problem – der neue Standard 2025 kann das alles. Ein Text, der immer wirkt. Für alle. Immer gleich. Ganz egal, wer da vor Dir sitzt oder liegt. Ganz egal, welches Thema. Ganz egal, welche Geschichte, welche Emotion, welche innere Dynamik gerade wirksam ist.
Eine verlockende Vorstellung, weil sie Sicherheit verspricht. Struktur. Weil es das gute Gefühl gibt, etwas „richtig“ zu machen, auch wenn man noch ganz am Anfang steht. So bequem wie Fertigpizza – einfach aufwärmen und servieren. Schnell. Einfach. Berechenbar.
Der Aufbau des neuen Standard Textes 2025
Wie sieht er also aus, der Hypnose Text für alle Fälle – dieser neue Standard 2025? Zunächst einmal enthält er eine universelle Tranceeinleitung. Eine, die wirklich niemanden überfordert. Körperlich tief entspannt – aber nicht zu tief, damit auch Skeptiker, Kontroll-Freaks und Menschen mit einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis nicht das Gefühl haben, sie könnten "die Kontrolle verlieren". Geistig freier, so dass alle Grübler abgeholt werden – aber nur soweit, wie es sich gut anfühlt. Die perfekte Mischung aus Sicherheit und Loslassen. Ein Trancezustand, der tief genug ist, um zu wirken, aber oberflächennah genug, um alles mitzubekommen. Magie? Nein. Standard 2025.
Im Hauptteil geht es dann ans Eingemachte. Der Hypnose Text arbeitet mit Suggestionen, die messerscharf präzise sind und gleichzeitig so offen, dass sie auch wirklich niemanden ausschließen. Das Unterbewusstsein weiß ja ohnehin genau, was zu tun ist. Und wir setzen einfach nur den Impuls. Beziehungsweise leiten in Richtung positive Veränderung.
Ein winziger Auszug - mehr wird aber noch nicht verraten:
„Tief in Dir sind bereits alle Lösungen vorhanden. Alle Ressourcen, die Du brauchst. Dein Unterbewusstsein weiß genau was zu tun ist. Und während Deine Hand nach unten sinkt, darf es jetzt
beginnen, auf seine ganz eigene Weise genau das zu verändern, was gerade wichtig ist.“
Zack. Gedeckt ist alles. Vom Zucker-Jieper bis zur Pollenallergie.
Zum Abschluss kehrt der Klient erfrischt, klar und mit einem wohligen Gefühl in seinem Körper ins Hier und Jetzt zurück. Mit einer posthypnotischen Suggestion, die so viel Freiraum lässt, dass man gar nicht anders kann, als irgendwas Gutes daraus zu machen. Ist das nicht schön? Das Unterbewusstsein regelt das.
Und Du als Coach oder Therapeut musst kein Ratschläger sein. Musst keine tiefen, schwierigen Prozesse leiten. Musst nur ein einziges Skript aus dem Effeff beherrschen. Das war´s.

Warum der Hypnose Text funktioniert
Die Antwort ist denkbar einfach: unser Unterbewusstsein ist ein wahres Wunderwerk. Hierzu sagte Milton Erickson: "Dein Unbewusstes ist schlauer als Du selbst! Du kannst Deinem Unbewussten vertrauen. Die Ressourcen, die Du brauchst, findest Du in Deiner eigenen Geschichte."
Das heißt für uns: wir müssen uns gar nicht so sehr anstrengen. Es braucht gar keine konkreten Formulierungen, keine themenspezifischen Suggestionen, keine individuelle Sprache. Es reicht vollkommen aus, dass der Klient sich in den heilsamen Raum der Trance begibt. Sobald er dort ist, weiß das Unterbewusstsein ganz genau, was zu tun ist. Weiß ganz genau, wo Lösungen für Probleme zu suchen sind. Weiß ganz genau, welche Ressourcen es benutzen soll aus dem großen inneren Schatzkästchen. Die Worte werden also in den inneren Raum gestellt – und der Rest geschieht von selbst. Fast wie bei einem WLAN-Signal: Du siehst es nicht, aber es wirkt.
Der Hypnose Text 2025 nutzt genau dieses Prinzip. Er arbeitet mit universellen Formulierungen, die in ihrer Allgemeinheit so präzise sind, dass sie jede Thematik erfassen können. Je weniger konkret, desto mehr Projektionsfläche. Je weniger Ziel, desto größer die Freiheit für das Unterbewusstsein, sich kreativ auszutoben. Und mal ehrlich: Wer kennt die Lösung besser – der bewusste Verstand mit seinen festgefahrenen Konzepten, oder das unendliche innere Wissen der Tiefe? Die Hypnose soll nicht führen, nicht festlegen – sondern einfach... inspirieren. Denn Inspiration ist die neue Intervention.
Was der Hypnose Text wirklich kann
April April. Ich habe diesen Blogartikel am 1. April veröffentlicht und mir damit einen kleinen Aprilscherz erlaubt. Es gibt keinen universellen Hypnose Text. Auch wenn das alles ganz wunderbar klingt: Es ist Bullshit. Schlicht und ergreifend. Ein einziger Hypnose Text, der für alle Themen, alle Klienten, alle Lebenslagen passt? Das gibt’s nicht. Punkt. Nicht im Coaching. Nicht in der Therapie. Nicht in der Hypnose.
Denn echte Hypnose beginnt nicht mit einem Text – sie beginnt mit Beziehung. Mit Zuhören. Mit Verstehen. Mit Spüren. Mit Mitgehen. Ein universelles Skript mag vielleicht gut gemeint sein – aber es würde immer an der Oberfläche bleiben. Nie richtig berühren. Nie wirklich in Resonanz gehen. Nie das Thema zu 100 Prozent lösen. Und wenn dann nur als Zufallstreffer. Weil so ein Text das Wichtigste ausklammert: den Menschen vor Dir.
Hypnose ist keine Einbahnstraße. Und auch kein Rezept, das man einfach nur korrekt ablesen muss. Hypnose ist lebendig. Individuell. Situativ. Sie entsteht im Moment – in der Beziehung mit Deinem Klienten.
Wer glaubt, man könne komplexe Prozesse, tiefe Themen und einzigartige Lebensgeschichten mit einem Einheits-Text begleiten, verkennt, was Hypnose eigentlich ist: Ein zutiefst menschlicher, kreativer, intuitiver und von Erfahrung geleiteter Prozess. Nichts, das man standardisieren kann. Schon gar nicht in einem einzigen Skript, das alles und alle über einen Kamm schert.
Die größten Probleme am Hypnose Skript
Gerade in den ersten Wochen nach der Hypnoseausbildung bietet ein Skript eine gewisse Sicherheit. Ordner raus, Text aufschlagen, mit getragener Stimme vorlesen. Zack-Erfolg! Leider ist das nicht so einfach. Wer sich dauerhaft auf vorgefertigte Texte verlässt, verschenkt das Potenzial echter Hypnose. Hier sind die häufigsten Stolperfallen, wenn Du Deine Hypnosesitzungen rein auf Skripten aufbaust:
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Zettelwirrwarr: Zu viele Blätter, zu wenig Überblick – Chaos auf dem Klemmbrett stört die Präsenz. Und wirkt extrem unprofessionell.
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Fremdwörter: Vorgegebene Formulierungen klingen oft gestellt und bremsen den Aufbau einer authentischen Beziehung zum Klienten.
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Kreativblockade: Wenn das Skript übernimmt, bleibt kein Raum mehr für spontane, intuitive Prozesse.
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Bauchgefühl-Killer: Wer ständig im Text sucht, verliert den Zugang zur eigenen inneren Führung.
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Hypnolegasthenie: So wie der Legastheniker grundsätzlich lesen und schreiben kann, kannst Du auch Hypnose – aber eben nicht richtig gut.
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Sachensucher: Die Angst, für ein Thema keinen passenden Text zu haben, erzeugt Stress statt Flow.
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Stressquelle: Wenn der Klient nicht „wie vorgesehen“ reagiert, bringt das Standard-Skript niemanden weiter.
Die Lösung? Weg vom Skript – hin zum individuellen Arbeiten. Und um Dich dabei zu unterstützen, habe ich mein Buch "Hypnose ohne Skript" geschrieben.
Wie Du mit 42 Übungen Deine Unsicherheit überwindest und individuelles Arbeiten als Coach oder Therapeut meisterst
- Trainiere Deine Spontanität
- Aktiviere Deinen Kreativitätsmuskel
- Leg Dir Deine eigene Ideenschatzkiste an
- Finde Deine eigenen Worte
- Erkunde in Selbsterfahrung, was es Dir so schwer macht frei zu sprechen
- Inkl. Hypnose-Audiodatei "Finde Deinen Hypnose-Helfer"
Häufig gestellte Fragen
1. Gibt es wirklich einen Hypnose Text, der für alle Themen geeignet ist?
Nein – das ist nur ein Mythos. Hypnose lebt von individueller Beziehung, nicht von Standardskripten.
2. Warum sind Skripte in der Hypnose problematisch?
Nur mit vorgefertigten Texten zu arbeiten ist höchst unprofessionell, verhindert echte Beziehung, echte Spontanität und intuitive Prozesse. Willst Du derjenige sein, bei dem der Klient die Augen
aufmacht und erstaunt sagt: "Sie sind gar kein echter Coach, sie lesen das nur ab, oder?"
3. Was ist die Alternative zu fertigen Hypnose-Texten?
Intuitives, klientenzentriertes Arbeiten – mit Präsenz, Einfühlungsvermögen und echten therapeutischen Skills.
4. Ist der Artikel wirklich ein Aprilscherz?
Ja – aber mit ernstem Hintergrund. Der satirische Ton dient dazu, meine glasklare Haltung zum Thema deutlich zu machen. Schluss mit vorgefertigten Suggestionstexten und heruntergelesenem
Standardskript. Hin zu individuellem Arbeiten!
5. Wo kann ich mehr über Hypnose ohne Skript erfahren?
Im Buch „Hypnose ohne Skript“ von Julia Georgi – hier
erhältst Du konkrete Anleitungen was Du tun musst, damit Hypnose auch ohne Textvorlage funktioniert.
Quellenangabe: Titelhintergrundbild erstellt mit Dall-E
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Danielle Berg (Dienstag, 01 April 2025 12:24)
Liebe Julia,
ach wie schade, dass es doch nicht die All-in-one Lösung gibt!
Ich hätte da noch ein Beziehungsthema zwischen Geschwistern zu lösen :-(
Deine Hypnose-Checkliste könnte ich in unserem neuen Sport- und Erholungszentrum gut gebrauchen, so dass sie die Besucher:innen gleich gegenseitig hypnotisieren können. �
Liebe Grüße
Danielle
Andrea Forsthuber (Dienstag, 01 April 2025 13:24)
Liebe Julia,
endlich wieder einmal ein April Scherz. Finde ich super!
Es wird eh viel zu wenig gelacht.
Liebe Grüße
Andrea
Anita Griebl (Dienstag, 01 April 2025 19:34)
Liebe Julia, das ist eine super Idee. Ich möchte auch den Hypnosetext 2025 für meine Coachings. Ein einzigartiges Nachschlagewerk, das ich zusammen mit meinen Co-Coachings verwenden kann:
https://reichanlebensenergie.de/coaching-mit-pute/
Ich wünsche dir viel Freude und Erfolg weiterhin :)
Herzliche Grüße von Anita